Liebe Besucher, mit dem Pflegestärkungsgesetz haben sich diverse Rahmenbedingungen verändert. Wir überarbeiten derzeit die Informationen des Linara Pflege-Lexikons für Sie. Aktuelle Informationen und eine kostenlose Beratung erhalten Sie von uns telefonisch.

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Leistungen der Pflegeversicherung

Sollten ältere Menschen Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung und auch Pflege benötigen, müssen sie die Kosten dafür meistens nicht alleine tragen, sondern können Leistungen der Pflegeversicherung in Anspruch nehmen.

Dies gilt in der häuslichen Pflege sowohl für die Beauftragung eines ambulanten Pflegedienstes als auch für andere Pflegemodelle wie etwa die sogenannte 24 Stunden Betreuung von Senioren im eigenen Zuhause.

Pflegestufe

Damit die gesetzliche Pflegeversicherung Leistungen erbringt, ist die Zuerkennung einer Pflegestufe Voraussetzung. Der Antrag auf eine Pflegestufe ist an die Pflegekasse des Versicherten zu richten. Sie ist als Träger der Pflegeversicherung der jeweiligen Krankenkasse angegliedert.

Für die Einordnung in eine Pflegestufe erfolgt eine Begutachtung der pflegebedürftigen Person durch einen Gutachter vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK). Diese Untersuchung dient dazu, den Pflegebedarf festzustellen und findet in der Regel im häuslichen Umfeld statt.

Pflegekasse

Gesetzliche Pflegeversicherung - Leistungen

Die Leistungen der Pflegeversicherung können auf unterschiedliche Weise abgerufen werden.

Geldleistung

Übernehmen Angehörige selber die häusliche Pflege eines älteren Familienmitglieds bzw. wird die Pflege privat organisiert, erhält die zu betreuende Person monatlich als Geldleistung das Pflegegeld von der Pflegekasse. Seit dem 1.1.2015 liegen die Pflegegeldsätze für die drei Pflegestufen bei 244€ (bei Demenz 316€), 458€ (bei Demenz 545€) und 728€.

Sachleistung

Wenn ein ambulanter Pflegedienst beauftragt wird, rechnet er die erbrachten Leistungen als Sachleistung direkt mit der Pflegekasse ab. Seit dem 1.1.2015 betragen die monatlich von der Pflegeversicherung übernommenen Höchstbeträge für die drei Pflegestufen 468€ (bei Demenz 689€), 1.144€ (bei Demenz 1.298€) und 1.612€. Sollte der Pflegebedarf so groß sein, dass diese Sätze nicht ausreichen, muss der restliche Anteil selber finanziert werden.

Kombination von Sachleistung und Geldleistung

Möglich ist auch die Kombination beider Leistungsarten, also die Inanspruchnahme von Sachleistungen und der Bezug von Pflegegeld. Dabei verringert sich allerdings der Betrag des Pflegegeldes anteilig. Wird der monatliche Höchstbetrag für die Sachleistung beispielsweise nur zu 40% ausgeschöpft, so stehen dem Pflegebedürftigen noch 60% des Pflegegeldsatzes zu.

Pflegekasse

Sonstige Leistungen der Pflegeversicherung

Darüber hinaus erbringt die gesetzliche Pflegeversicherung Leistungen, die die häusliche Pflege weiter unterstützen.

Eine dieser Maßnahmen ist die Organisation unentgeltlicher Pflegekurse für Angehörige oder andere ehrenamtlich in der Pflege tätige Personen. Dazu muss keine Pflegestufe vorliegen.

Sollten pflegende Angehörige oder andere private Pflegekräfte Urlaub benötigen oder erkranken, finanziert die Pflegekasse eine Verhinderungspflege bzw. Ersatzpflege. Dies gilt pro Jahr bis zu einem Betrag von 1.612€ und für maximal sechs Wochen.

Außerdem bezahlt die Pflegeversicherung für höchstens 40€ monatlich Pflegeverbrauchsmaterial wie beispielsweise Bettschutzeinlagen für den einmaligen Gebrauch, Desinfektionsmittel oder Einmalhandschuhe.

Diese Leistungen der Pflegeversicherung können unabhängig davon in Anspruch genommen werden, ob ein ambulanter Pflegedienst die Versorgung übernimmt oder ob das Modell der sogenannten 24 Stunden Betreuung genutzt wird.